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So setzen Sie Prioritäten mit der ABC Analyse

Als Unternehmer oder Geschäftsführer kennen Sie das: Ihre Zeit ist knapp. Und so stehen einige Fragen tagtäglich im Raum: Wo investiere ich heute idealerweise den Großteil meiner Zeit? Welche Entscheidungen müssen zuerst getroffen werden? Welche Aufträge sollten schnellstmöglich bearbeitet werden und welche Ideen für die Zukunft haben Vorrang? In solchen (und vielen anderen) Situationen hilft Ihnen eine Methode aus der Betriebswirtschaftslehre: die ABC Analyse. Sie bietet Ihnen die Möglichkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Definition: Die ABC Analyse ist ein betriebswirtschaftliches Analyseverfahren. Sie teilt eine Menge von Objekten in die Klassen A, B und C auf, die nach absteigender Bedeutung geordnet sind. Eine typische ABC Analyse gibt beispielsweise an, welche Produkte oder Kunden am stärksten am Umsatz eines Unternehmens beteiligt sind (A) und welche am wenigsten (C). (Quelle: Wikipedia)



abc-analyse-vorteile

VORTEILE UND NACHTEILE DER ABC ANALYSE AUF EINEN BLICK

Vorteile der ABC Analyse:

• Analyse komplexer Probleme mit einem vertretbaren Aufwand durch die Einschränkung auf die wesentlichen Faktoren
• einfache Anwendbarkeit
• vom Untersuchungsgegenstand unabhängiger Methodeneinsatz
• sehr übersichtliche und grafische Darstellung der Ergebnisse möglich

Probleme der ABC Analyse:

• sehr grobe Klasseneinteilung
• Bereitstellung konsistenter Daten als Voraussetzung
• Gefahr der vorschnellen Schubladen-Bildung







WARUM SIE EINE ABC ANALYSE MACHEN SOLLTEN

Nehmen wir an, Sie wollen eine neue Service-Hotline einsetzen. Hochkarätige Experten beraten hier Ihre Kunden und helfen schnell bei Problemen. Die Leitung kostet Geld. Und vor allem die Expertenhonorare schlagen ordentlich zu Buche. Klar, dass sich diese Investition am Ende auszahlen muss. Sprich, Sie werden den Aufwand wohl nicht für den Kunden aus Castrop-Rauxel betreiben wollen, der einmal im Quartal eine Druckerpatrone bestellt. Für wen also dann? Hier liefert die ABC Analyse eine wertvolle Entscheidungshilfe, indem sie Ihre Kunden nach ihrer Bedeutung für Ihr Unternehmen sortiert und klassifiziert. Die Leitfrage: Mit welchem Kunden erwirtschaften Sie wie viel Umsatz? Insbesondere: Wie hoch ist der Anteil am Gesamtumsatz? Im Anschluss haben Sie eine wertvolle Übersicht, die Ihre Kunden in drei Gruppen einteilt:

A-Kunden: sehr wichtig
B-Kunden: wichtig
C-Kunden: weniger wichtig


Jetzt können Sie mit Ihrer Hotline genau dort ansetzen, wo sie den größten Effekt erzielt. Ob nur bei den A- oder auch bei den B-Kunden entscheiden Sie. In jedem Fall werden Sie Ihre Mittel jetzt nicht mehr im Gießkannen-Prinzip verwenden, sondern Sie dosieren auf den Punkt. So hilft die ABC Analyse, Maßnahmen und die dafür erforderlichen Ressourcen zielgerichtet einzusetzen. Kunden der A-Klasse erhalten eine intensivere Betreuung, bessere Lieferbedingungen oder Rabatte, weil dort ein höherer Umsatz, Deckungsbeitrag oder Gewinn erzielt wird.



abc-analyse-anwendungsfälle

ANWENDUNGSBEREICHE DER ABC ANALYSE

Die ABC Analyse lässt Ihnen alle Freiheiten. Sie können sie nicht nur zur Klassifizierung Ihrer Kunden anwenden, sondern ebenso für die Bereiche Lagerhaltung, Beschaffung oder Lieferantensteuerung – kurz, für sämtliche Analyseobjekte, für die Sie ein Fragezeichen im Kopf haben. Sogar Projekte lassen sich derart bewerten, so dass Sie Ihre Ressourcen vor allem auf die wirklich wichtigen unter ihnen verwenden. Und: Wenn Ihnen drei Kategorien nicht reichen, können Sie die Klassifizierung beliebig aufstocken. Möglicherweise macht bei Ihrer differenzierten Lagerhaltung eine ABCDEFG-Analyse Sinn.

Aber Vorsicht: Vielleicht steckt in der Klasse der C-Kunden ein Kunde, der noch neu ist und Sie als Lieferanten erst einmal testet. Er hat möglicherweise großes Potenzial, das Sie erschließen können. Prüfen Sie deshalb die Ergebnisse der ABC Analyse immer auch unter einer Strategie-Perspektive.



VORGEHENSWEISE BEI EINER ABC ANALYSE

Zielsetzung festlegen

Wenn das Ziel Ihrer ABC Analyse nicht klar ist, brauchen Sie erst gar nicht anfangen. Zu hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass Sie keine Antworten auf Ihre eigentlichen Fragen erhalten. Bevor Sie sich also konkret mit der Analyse und Auswertung Ihrer Daten machen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit und überlegen Sie genau, was Sie herausfinden wollen.

Datengrundlagen und Mengengrößen bestimmen

Für Ihre ABC Analyse brauchen Sie im ausreichenden Maße Daten, die Sie auswerten können. Noch vor der eigentlichen Analyse sollten Sie also klären, welche Daten Sie hierfür benutzen und wie diese Daten ausgewertet werden sollen.

Klassengrenzen festlegen

Wie Sie die Unterschiede zwischen den verschiedenen Klassen festlegen, hängt stark von der Fragestellung und Zielsetzung Ihrer ABC Analyse ab. Wenn Sie beispielsweise nur wenigen, sehr wichtigen Kunden den Zugriff auf Ihre neue Servicehotline ermöglichen, sollte die Grenze zwischen A-Kunden und den weiteren Klassen sehr niedrig sein.

Klassengrenzen festlegen

Wie Sie die Unterschiede zwischen den verschiedenen Klassen festlegen, hängt stark von der Fragestellung und Zielsetzung Ihrer ABC Analyse ab. Wenn Sie beispielsweise nur wenigen, sehr wichtigen Kunden den Zugriff auf Ihre neue Servicehotline ermöglichen, sollte die Grenze zwischen A-Kunden und den weiteren Klassen sehr niedrig sein.

Konsequenzen

Eine Analyse zur Klassifizierung Ihrer Kunden, Ihrer Lieferanten oder auch Ihrer Stückgüter im Lager macht nur dann Sinn, wenn Sie auch konkrete Handlungen daraus ableiten. Wenn Sie am Ende doch keine differenzierte Steuerung Ihrer Lieferanten vorsehen, dann brauchen Sie auch keine zusätzlichen Daten erheben. Eine Analyse zum Selbstzweck ist pure Zeitverschwendung.


Wichtig: Falls Sie keine Zeit haben, eine ABC Analyse für Ihr Unternehmen, Ihre Kunden oder Lieferanten regelmäßig durchzuführen, holen Sie sich einen Partner mit ins Boot, der Ihnen solche Dinge abnehmen kann. Wir stehen Ihnen jederzeit für ein kostenfreies Beratungsgespräch zur Verfügung!